Wie richtig bewerben? - MAIPRESS Medienservice

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Arbeit+Job
Bewerbungen schreiben wie am Fließband?

Arbeitslose müssen sich eine ganze Menge anhören. Sie seien bloß zu faul. Zu unflexibel. Zu unkreativ bei Bewerbungen. Auch an vermeintlichen klugen Ratschlägen von anderen fehlt es ihnen nicht: „Probier doch mal was neues aus!“, heißt es dann zum Beispiel.

Je länger das so geht, umso verzweifelt werden manche der Betroffenen und klammern sich dann an jeden Strohhalm. Forciert werden diese Praktiken nicht selten auch durch die Bundesagentur für Arbeit und insbesondere der ARGEN. Besonders Bezieher/innen des ALG II werden oft unter Androhung von Sanktionen genötigt, Bewerbungen fast wie am Fließband zu produzieren – egal was auch immer dabei herauskommt.
Dabei ist das genau der falsche Weg. Arbeitslose bewerben sich besser auf keine Stelle, die nicht ihrer Qualifikation entspricht, warnt die Psychologin M. Leitner, die als Coach in München arbeitet. Ein solches Streufeuer erhöhe nicht die Trefferquote – im Gegenteil: Man verbessere dadurch nicht seine Chancen, sondern erziele eher mehr an Ablehnung, weil die Konkurrenz noch größer sei.
Und die sei ohnehin schon groß genug, wie Leitner vorrechnet. Von 100 Bewerbungen werde etwa ein Viertel näher angesehen, rund ein Zehntel der Bewerber erhalte eine Einladung zum Vorstellungsgespräch – und nur einer schließlich bekomme den Job.

Der mitunter gut gemeinte Rat flexibel zu sein, helfe daher nicht immer weiter. Es mache auch keinen Sinn, auf einen ganz anderen Beruf umzusatteln, von dem man keine Ahnung geschweige ein Faible habe, sagt auch K. Eikemeier von der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg.
Generell sei bei der Arbeitssuche vorrangig eines wichtig: Ein funktionierendes Informationssystem unter Bekannten, Freunden und früheren Kollegen. Es sei nicht positiv, sich mit seiner Arbeitslosigkeit zu verstecken, so Eikemeier. Es sei immer ratsam, offen darüber zu sprechen und im Bekanntenkreis zu fragen.
Viele der Arbeitslosen würden davon jedoch Abstand nehmen, weil sie sich wegen ihrer Situation schämten, wie M. Leitner beobachtet hat. Doch eben das sei der falsche Weg. Wer nicht aus sich herausgehe, selbst aktiv werde und vielen Menschen gegenüber von seiner Arbeitslosigkeit erzähle, der habe auch weniger Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Es sei von daher ein Fehler, einfach drauflos Blindbewerbungen zu schreiben und zu hoffen, dass doch noch irgendwann eine Zusage eintreffe.

Nur ein Drittel aller Stellen in Deutschland werde über das klassische System durch Annoncen vergeben; hingegen zwei Drittel liefen über den verdeckten Stellenmarkt, so M. Leitner. Dies bedeute, dass oftmals fleißige Verfasser von Bewerbungsschreiben von vielen offenen Stellen nie erfahren würden, weil sie überhaupt nicht annonciert würden, und manche Stelle aus einer Anzeige sei womöglich längst vergeben.
Sich nicht zu verstecken sondern hervorzutreten laute die Devise, wie Alexander von Schönburg, Buchautor, erörtert. Das oft penetrierende Zitat „Jeder kann!“ des Kapitalismus habe sich als unhaltbar erwiesen. Nein – es könne eben nicht jeder; Karrieren würden gestürzt, es gebe Gewinner und Verlierer, und gerade diese würden immer mehr.

Wer heute arbeitslos sei, müsse das nicht als persönliches Versagen betrachten. Auch das Motto „Viel hilft viel“ gelte bei der Arbeitssuche nicht. Denn die Vermutung, dass mehr Bewerbungen zu mehr Jobchancen führten, sei ein Trugschluss so der Hamburger Berater M. Wehrle. Wichtig sei, von sich aus auf Unternehmen zuzugehen. Individuelle Bewerbungen müssten dabei spezifisch auf die Besonderheiten einer Branche und Firma zugeschnitten sein.
Dazu müssten die Bewerber deren Bedürfnisse ermitteln und sich darauf abgestimmt als fachlich geeignet präsentieren. Mit dem ins Auge gefassten Unternehmen telefonieren, Informationen sammeln sowie für jede Bewerbung ein individuelles Anschreiben verfassen, so Wehrle.
Damit könne man mehr erreichen als mit z. B. 100 Blindbewerbungen. Eine Top-Bewerbung sei vergleichbar mit einem maßgeschneiderten Schuh: Er dürfe eben nur an den Fuß des in Betracht gefassten Unternehmens passen.

Genau das ist es jedoch, was die kommunalen Arbeitsgemeinschaften den Empfängern des so genannten ALG II nicht vermitteln. Gerade sie zwingen nicht selten Arbeitslose zu meist sinnlosen Massenbewerbungen, ohne im Geringsten auf die persönlichen Belange und Veranlagungen der Betroffenen einzugehen. Hinzu kommt, dass relativ viele Mitarbeiter/innen der ARGEN nicht ausreichend qualifiziert sind, um den Betroffenen wirklich und kompetent zu helfen.

Kein Zweifel: Hartz IV muss weg!

Nach einem Bericht der dpa, geringfügig abgeändert und ergänzt (Ausführungen über die ARGEN) von MAIPRESS


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