Arbeitslos - MAIPRESS Medienservice

Hans-Gerhard Maiwald
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Arbeit+Job
Arbeitslos - für manche Menschen der Sturz in den sozialen Abgrund

Warum eigentlich Arbeitsagentur"? - Die in früheren Zeiten verwendete Bezeichnung Arbeitsamt" war viel geläufiger und wird umgangssprachlich hier und da immer noch verwendet. Die dort beschäftigten Mitarbeiter/innen sind Beamte und keine Agenten. Dann müsste es wohl statt Finanzamt" auch Finanzagentur" heißen, oder? Es gibt allerdings tatsächlich Finanzagenturen, doch die haben in keiner Weise etwas mit dem herkömmlichen Finanzamt zu tun.
Genauso unsinnig ist die Bezeichnung Fallmanager/in" (im Hartz IV-System). Wieder so ein Denglisch", das nur den Betroffenen selbst nicht weiterhilft. Bei vielen unter diesen - vor allem Älteren - gibt es nichts mehr zu managen". Das erledigt sich von selbst. Ein Vertrauen jedenfalls schafft diese Meisterleistung deutscher Wortschöpfung in keiner Weise.

Die folgenden Vorkommnissse sind - zugegeben - schon etliche Jahre alt. Doch sie zeigen auf, was sich diese edle Einrichtung unserers deutschen Staates so alles geleistet hat:


In der Siegener Zeitung vom 23. Januar 2002 schreibt zur Nürnberger Arbeitsmarkt-Statistik ein Leser:

Verdeckte Arbeitslosigkeit

Zur Nürnberger Arbeitsmarkt-Statistik schreibt ein Leser: Laut Bundesanstalt für Arbeit lag die Arbeitslosigkeit im Dezember ganz dicht unterhalb der Vier-Millionen-Grenze. Aber wenn die verschiedenen Bundesregierungen seit Mitte der 80-ziger Jahre nicht eine Gesetzesänderung nach der anderen vorgenommen hätten, durch die jeweils die Statistik geschönt wurde, so läge die offizielle Arbeitslosigkeit heute schon deutlich oberhalb von fünf Millionen.
Genaue Zahlen liefert das letzte Jahresgutachten des Sachverständigen-Rats: Danach betrug die durchschnittliche Zahl der offiziell Arbeitslosen im Jahre 2001 3,852 Millionen. Die Kurzarbeit in deutschen Unternehmen ergab zugleich ein Äquivalent von weiteren 119 000 Arbeitslosen. Hinzu kommen die 24 000 Teilnehmer an Beschäftigung schaffenden Maßnahmen (ABM), ferner 350 000 Teilnehmer an beruflicher Weiterbildung und weitere 24 000 Teilnehmer an Deutsch-Sprachlehrgängen.
Aber dann gibt es da noch das eigentliche Prunkstück der arbeitsstatistischen „Schönheitsoperationen": das Herausschneiden von mehr als einer Million Arbeitsloser in der Altersgruppe zwischen 58 und 65 Jahren. Zunächst 315 000 so genannte „Leistungsempfänger nach den Paragraphen 125, 126 und 428 Sozialgesetzbuch III". Dahinter verbergen sich Personen, die 58 Jahre oder älter sind und das staatliche Angebot angenommen haben, auf eine Vermittlung zu verzichten, so dass sie aus der Statistik der Arbeitslosen herausfallen, und dafür „Arbeitslosengeld unter erleichterten Voraussetzungen" beziehen. Schließlich gibt es noch die 765 000 „Empfänger von Altersrente wegen Arbeitslosigkeit". Insgesamt bedeutet dies eine verdeckte Arbeitslosigkeit in Höhe von 1,733 Millionen. Rechnet man diese zur offiziellen Arbeitslosigkeit hinzu, käme man im Durchschnitt des vergangenen Jahres auf eine Zahl von 5,585 Millionen.
Nicht eingerechnet ist hier die so genannte „stille Reserve" an Arbeitslosen, die unter den gegenwärtigen Bedingungen keine Hoffnung auf Arbeit sehen und deshalb in keiner Arbeitslosenstatistik in Erscheinung treten. Der Umfang dieses Personenkreises kann nur grob geschätzt werden.
Wolfgang Reuffurth, Berscheweg l, 57258 Freudenberg


Wer arbeitslos ist und einen neuen Job sucht, kann bei Arbeitsämtern so einiges erleben. Nicht selten kommt es dabei zu regelrechten Stilblüten oder peinlichen Pannen:

Eine Köstlichkeit leistete sich ein Arbeitsamt in Süddeutschland. Es schickte einem jungen Mann mit Abitur und absolvierten Hochschulstudium, der einen Medien-Job suchte, die schriftliche Empfehlung, den HAUPTSCHUL-ABSCHLUSS nachzuholen.

Wahrscheinlich eine Folge der Überlastung von Arbeitsämtern .... (älterer Beitrag aus dem Jahr 2002)


Siegener Agentur für Arbeit verschickte Aufhebungsbescheid an Toten

Leserbrief an die Siegener Zeitung vom 24. Februar 2003:

Da ich mich in letzter Zeit öfters über unverständlichen Behörden-Wahnsinn gewundert habe und auch im Bekanntenkreis ähnliches erfahre, teile ich hier meine Erfahrung mit der Agentur für Arbeit in Siegen mit:
Nachdem ich meinen Schwager pflichtgemäß nach seinem Tod bei der Agentur für Arbeit in Siegen mit Sterbeurkunde abgemeldet hatte, erhielt ich einen Aufhebungsbescheid, der an Taktlosigkeit nicht mehr zu überbieten ist. Der Bescheid war an den Toten selbst gerichtet, obwohl die Abmeldung mit meiner Anschrift versehen war. Weder ein Wort der Anteilnahme oder des Mitgefühls folgten, aber eine Flut von Paragraphen. Weiter folgt der Hinweis, dass er in den Zeiten, in der er kein Arbeitslosengeld bezieht, nicht mehr für den Fall der Krankheit versichert sei. Eine erneute Zahlung der Leistung sei nur dann möglich, wenn er sich beim Arbeitsamt erneut persönlich melden würde.
Ich wünsche meinem Schwager im Fall einer Wiedergeburt, dass er nicht in ein Land mit solchen takt- und hirnlosen Staatsdienern gerät.
Jürgen Klein, Netphen, Eichbornweg 13



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